Danke – aber war das geplant?

Vielen Dank für all die vielen Glückwünsche und lieben Kommentare zu unserer Nachwuchs-Nachricht. Wir freuen uns über soviel positives Feedback. Ein Frage, die mir so ziemlich jeder gestellt hat, dem ich von meiner Schwangerschaft erzählt hatte, ist aber zu meiner Verwunderung in all den Kommentaren nicht aufgetaucht: „War das geplant?“

Das war immer das erste, was ich im persönlichen Kontakt gefragt wurde, sobald ich gesagt hatte, das ich wieder schwanger sei. Mich hat das überrascht und zum Teil auch verwundert, wenn mir diese Frage auch von Menschen gestellt wurde, die mir nicht wirklich nahe stehen.

Ein drittes Kind scheint für die meisten sehr abwegig. Nur so kann ich mir erklären, warum die erste Frage (mal abgesehen von ganz wenige Ausnahmen) immer die nach dem großen „Plan“ war. Kaum einer schien es für möglich zu halten, dass wir wirklich und ganz bewusst drei Kinder wollen und schon immer wollten. Dabei habe ich daraus nie ein Geheimnis gemacht.

Die häufigste Antwort auf ein „Ja, wir wollten immer schon drei Kinder“ war ein „Ihr seid verrückt“ dicht gefolgt von „Seid Ihr Euch wirklich sicher“. Vielleicht sind wir wirklich ein bisschen „verrückt“, das ist aber auch gut so. Hätte diese Land ein paar Verrückte mehr, hätten wir wohl kein Problem mit der Demographie… aber das geht an dieser Stelle vielleicht etwas weit.

Gut, die Rahmenbedingungen für ein drittes Kind könnten besser sein. Unsere Wohnung ist eigentlich jetzt schon zu klein und in München ist es geradezu unmöglich eine große und bezahlbare Wohnung zu finden – erst recht in unserem Viertel, dem Glockenbachviertel – dem Paradebeispiel der Gentrifizierung. Ich habe keinen Job und mit drei Kindern im Lebenslauf, wird es bestimmt nicht einfacher einen zu finden. Aber so ist nun mal das Leben in Deutschland. Ich beschäftige mich also weiterhin intensiv mit dem Aktienmarkt und freue mich mit dem Rest der Familie auf einen weiteren Schreihals.

Planbar ist das Leben sowieso nicht, denn es kommt immer anders, als man denkt. Deswegen gibt es für Kinder auch nie „den richtigen Zeitpunkt“. Hätte ich darauf gewartet, hätte ich bis heute noch kein Kind und würde wahrscheinlich auch keines bekommen.

 

Kommentare