GEA Group – Ein Investment in deutsche Wertarbeit

Nach Beiträgen über relativ spekulative US-Aktien ist vielleicht der Eindruck entstanden, dass ich nur mit riskanten Papieren handle. Einen guten Teil meines Portfolios bilden aber auch recht solide Werte deutscher Unternehmen. Ein Liebling in meinem Depot ist die Aktie der GEA Group, einem Anlagenbauer aus Düsseldorf.

Anfang letzten Jahres wollte ich unser Portfolio weiter diversifizieren. Ich suchte nach einem Investment mit Bezug zur Lebensmittelbranche und bin dabei auf die GEA Group gestoßen. Das im MDAX notierte Unternehmen stellt Anlagen für die Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie her.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man täglich mit einem Produkt in Berührung kommt, das durch eine Anlage der GEA Group gelaufen ist, ist hoch. Das kann die Milch sein, die ich in meinen Kaffee schütte oder das Gemüse, das ich aus der Kühltruhe hole, oder vielleicht auch die Tablette, mit der ich meine Mandelentzündung behandle genauso wie der Saft, mit dem ich meine Schorle mische. Ein faszinierender Mix – weshalb ich mich gern für Anteile an GEA entschieden habe. Für das Unternehmen sprechen folgende Gründe:

GEA ist weltweit tätig und erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Umsatzes in Westeuropa und Nordamerika. Das Düsseldorfer Unternehmen ist aber auch in den Schwellenländern sehr aktiv, diese steuerten 37 Prozent des Umsatzes im Jahr 2014 bei.

Technologie- und Marktführerschaft. Mit der Sparte „Refrigeration Technologies“ ist GEA beispielsweise globaler Marktführer im Bereich der industriellen Kältesysteme. Auch im Bereich der „Farm Technologies“ gehört GEA zu den weltweit führenden Herstellern von Anlagen für die Milchwirtschaft. Die Produktpalette ist enorm, sie reicht von Fütterungssystemen und Anlagen zur automatischen Stallreinigung über Melkmaschinen bis hin zu Anlagen für die Milchverarbeitung. Somit zählt man die GEA Group zu den Weltmarktführern im Bereich des Anlagenbaus für die Lebensmittelindustrie – inklusive eines sehr treuen Kundenstamms.

Strategische Neuausrichtung. Unter dem Motto „Fit für 2020“ strukturiert der Vorstand die GEA Group gerade um. Sparten, die nicht zum Kerngeschäft Lebensmittel gehören, wurden verkauft. Hinzugekauft wurde dafür zum Beispiel kürzlich ein Unternehmen aus Italien, das Anlagen für Kuchen und Feingebäck herstellt. Die Konzernstrukturen werden gestrafft und Geschäftsbereiche gebündelt. Somit will das Unternehmen rund 100 Millionen Euro jährlich einsparen.

Stabiler Wachstumsmarkt. Der Markt für so genannte „Processed Foods“ ist riesig, denn Lebensmittel werden im Supermarkt gekauft und nicht im Hofladen. Zwar gibts es in szenigen Vierteln der Großstädte Biokäufer, die für ihr gutes Gewissen kaufen und nichts mit Lebensmittelverarbeitung zu tun haben wollen. Doch selbst hier ist der größte Teil der Ware durch eine Maschine gelaufen und wurde nicht vom Bauer selbst gepflückt und ins Regal gestellt. Die Milch muss pasteurisieret werden, die Erbsen tiefgefroren und der Saft muss in Falschen abgefüllt werden. Je weiter die Industrialisierung weltweit voranschreitet, desto mehr Lebensmittel werden auch industriell verarbeitet.

Schwellenländer. Die GEA Group hat eine starke Präsenz in den Schwellenländern. Hier sehe ich noch enormes Wachstumspotential für Anlagenbauer wie GEA. Denn die Bevölkerung der Schwellenländer zieht vom Land in die Stadt. In der Stadt kann man allerdings nicht mehr als Selbstversorger leben und muss seine Lebensmittel auf dem Markt oder zunehmend im Supermarkt kaufen. Auf diesem Weg finden zunehmend verarbeitete Lebensmittel den Weg zum Verbraucher. Durch die wachsende Zahl an Kunden müssen auch Lebensmittelhersteller aufrüsten – und greifen dabei gerne auf bewährte Qualität aus Deutschland.

Der Chinesische Markt. In China achten die Menschen beim Kauf von Lebensmitteln nach diversen Skandalen zunehmend auf Qualität. Die Auswirkungen reichen bis nach Deutschland. In manchen Drogerien bekommt man nur noch eine Packung Milchpulver pro Person, weil Chinesen die Regale hierzulande leerkaufen und das Pulver nach China schicken. Um den wachsenden Bedarf der Chinesen nach Milchprodukten und das Sicherheitsbedürfnis der Kunden decken zu können, ist GEA zusammen mit Nestlé aktiv beim Aufbau von Standards für Tierhygiene und Nahrungsmittelsicherheit. 

Fazit. Die GEA Group ist ein sehr solides Unternehmen in einem recht krisensicheren Marktsegment. Die Kursschwankungen sind moderat – große Sprünge sind nicht zu erwarten. Auf lange Sicht ist das Wachstum aber sehr ordentlich. Darüber hinaus zahlt GEA eine ganz passable Dividende. Die Aktie gehört für mich zu den Werten in meinem Portfolio, die ich sehr lange halten möchte.

 

 

Disclaimer:

Meine Einschätzungen und Bewertungen von Unternehmen, deren Produkten sowie deren Zukunftsperspektiven sind subjektiv und gewiss nicht allumfassend. Wer meinen Empfehlungen folgt, tut dieses auf eigene Gefahr, ich übernehme keine Haftung.
Foto: GEA Group

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